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Team-Tierärztin Dr. Cordula Gather hat für www.dressursport-deutschland.de einen Übersichtsplan über die tierärztliche Betreuung der Kaderpferde vor London erstellt.
• Mit dem Dressur-Ausschuss wird Anfang der Saison ein Plan erstellt, in dem festgelegt wird, wie oft die Kaderpferde besucht werden. Mindestens einmal im Monat sieht Gather jedes Kaderpferd, meist öfter.

• Von diesem erstellten Plan gibt es Abweichungen, wenn sich ein verletzt, wenn der Reiter um zusätzliche Kontrollbesuche bittet oder wenn Gather selbst, ein engeres Monitoring (Beobachtung) der Pferde wünscht.

• Bei dem Trainingslager Ende Februar in Warendorf war Gather ebenfalls vor Ort und hat die Pferde intensiv beobachtet.

• Vor und zwischen den großen Turnieren ist es mindestens ein Besuch, den Gather bei jedem Reiter und seinem Pferd abhält.

• Bei einem Besuch lässt sich Gather die Pferde, ohne dass sie vorher geritten oder bewegt worden sind, zeigen. Sie werden an der Hand auf hartem und weichen Boden vorgetrabt. Vorher werden die Aspiranten in Ruhe auf der Stallgasse angeguckt. Gather führt dort eine allgemeine Untersuchung durch (Abhören von Herz und Lunge, Allgemeinbefinden, Schleimhäute etc.) und tastet den Körper und die Beine des Pferdes ab. Nach dem Vortraben an der Hand sieht sich Gather die Pferde unter dem Sattel an. Die Reiter müssen aber nicht unbedingt eine komplette Trainingsstunde arbeiten.

• Bei Auffälligkeiten wird der Haustierarzt der jeweiligen Pferde entweder über Gather oder über die Reiter/Trainer informiert.

• Die tierärztliche Betreuung der Pferde obliegt in erster Linie dem Haustierarzt. Acht Wochen vor einem Championat muss die Mannschafts-Tierärztin gemäß der Statuten über alle tierärztlichen Handlungen an den Pferden in Kenntnis gesetzt werden und zwar bevor diese durchgeführt werden sollen. So soll sichergestellt werden, dass nicht aus Versehen Medikamente gegeben werden, die beim Championat Probleme ergeben könnten. Außerdem muss es Gather möglich sein, den Gesundheitszustand umfassend beurteilen zu können, damit sie dem Dressurausschuss Auskunft im Rahmen der Nominierung geben kann. „Transparenz ist für alle das oberste Gebot und auch die Voraussetzung für meine Arbeit“, betont Gather.

• In diesem Jahr hat Gather zudem zweimal ein großes Blutbild von jedem Pferd machen lassen. Dort werden evt. Abweichungen sichtbar, die noch nicht fühlbar waren und auch vom Personal noch nicht bemerkt werden konnten. So kann im Vorfeld an einer Besserung und Stabilisierung gearbeitet werden.  

• Die Kommunikation mit den Pflegern ist sehr wichtig. „Die kennen eventuelle Problemchen ihrer Schützlinge ganz genau und bemerken kleine Abweichungen sehr schnell“, erklärt Gather.

• Gather wirft außerdem bei jedem Besuch einen Blick in die Medikamentenbücher, in denen alles eingetragen werden muss, was ein Pferd bekommen hat (z.B. Sedation für Zahnbehandlung, jegliche Behandlungen, inkl. der täglichen Futterzusatzstoffe).

• Diese Hochleistungssportler bekommen fast alle Futterzusatzstoffe: z.B. Mineralstoffe, Vitaminpräparate, Präparate zur Unterstützung des Muskel-, Gelenk- und/oder Verdauungsstoffwechsels. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass diese Mittel keine verbotenen Substanzen erhalten.

• Weniger frequent, aber nicht unwichtig, ist der Blick in die Pferdepässe zwecks Überprüfung der regelmäßigen Impfungen.

• Nach jedem Besuch wird der Bundestrainer von der Team-Tierärztin über den Verlauf informiert. Dieser Informationsfluss ist aber keine Einbahnstraße: Auch der Bundestrainer informiert die Tierärztin nach Trainingseinheiten mit den Kaderpferden.

• Für die Reise nach London brauchen die Pferde ein Gesundheitszeugnis und Ihren FEI Passport. Das Gesundheitszeugnis muss innerhalb von 48 Std. vor Abreise nach London von einem Amtsveterinär ausgestellt und gestempelt sein. Der FEI Passport muss gültig sein und die Impfungen müssen vollständig und in regelmäßigen Intervallen vorgenommen und eingetragen sein.

• Die Besorgung der Rückreisepapiere – ebenfalls ein Gesundheitszeugnis von jedem Pferd – wird von einer damit vertrauten Transportgesellschaft übernommen.

• Die Olympia-Pferde werden nicht auf dem Seeweg nach England fahren, sondern nehmen den schnelleren Weg mit dem Zug durch den Tunnel. Damit soll die Gefahr einer evt. Reisekrankheit gedrosselt werden.