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Wir haben bei dressursport-deutschland schon mehrfach über das neue System zur Beurteilung des Schwierigkeitsgrades in Grand Prix-Küren berichtet. In der aktuellen Weltcup-Saison wird es nun zum ersten Mal eingesetzt.

In Odense, der ersten Weltcup-Etappe am vergangene Wochenende, feierte das neue Richtsystem Weltcup-Premiere. Die internationale Fünf-Sterne-Richterin Katrina Wüst hatte die Idee für ein neues System, was der Informatiker Daniel Göhlen zusammen mit der FEI entwickelt hat. Wüst gehörte in Odense zur Richtergruppe und kam mit folgenden Erkenntnissen zurück:


„Es war spannend. Wir mussten uns natürlich alle erst einmal an das neue System gewöhnen. Ich habe es auch zum ersten Mal angewendet. Eins wurde sehr deutlich: Wenn die Reiter eine gut ausgearbeitete Kür abgegeben hatten, was zum Glück meist der Fall war, klappten die Bewertung der Schwierigkeit und die sofortige Berechnung der A-Note mit dem neuen System prima. Das Ziel war ja, die Transparenz der Bewertung zu verbessern, das haben wir dann voll erreicht. Wenn aber der Reiter deutlich anders geritten ist, als das, was er uns als Kürprotokoll abgegeben hatte, stiftete das zunächst mal Verwirrung, war letztendlich aber lösbar. Ich denke, auch die Reiter müssen erst noch lernen, mit dem neuen System umzugehen.
Man darf bei alledem nicht vergessen: Der Schwierigkeitsgrad macht zehn Prozent der Bewertung einer Kür aus, sein Einfluss ist begrenzt. Nehmen wir beispielsweise den Sieger von Odense. Seine Kür war spektakulär, aber nicht super schwer. Das Paar hatte andere Highlights, die zu der hohen Benotung geführt haben. Es geht auch nicht in erster Linie um die absolute Schwierigkeit als Alleinstellungsmerkmal, aber Differenzierung und Transparenz bezüglich der Benotung der Schwierigkeit können definitiv mit diesem System verbessert werden und auch die Reiter dazu bringen, ihre Küren noch klarer zu durchdenken, was dem Sport insgesamt zugute kommt.
Insgesamt war das Feedback von Reitern und Richtern nach der Weltcup-Premiere jedoch durchaus positiv."