dressursport-deutschland.de im Kurz-Interview mit Dorothee Schneider…

dressursport-deutschland.de: Startschuss Münster – Sieg im Grand Prix, Platz zwei im Special mit Fohlenhofs Rock'n Rose. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Dorothee Schneider: Ich bin richtig stolz auf Rosi. Sie ist ihr letztes Turnier Ende September in Ungarn gegangen. Das war noch ein Outdoor-Weltcup-Turnier und Rosi geht viel lieber draußen. Insofern war es schon etwas mutig, sie in Münster an den Start zu bringen. In der Halle Nord haben die Leute im Grand Prix gefühlt fast auf dem Hufschlag gesessen. Und für den Special, den wir in der Halle Münsterland geritten haben, hatten wir dann noch einmal einen Hallenwechsel. Das ist schon eine Herausforderung für die Pferde, aber Rosi hat das mit Bravour gemeistert. Sie ist zwei konzentrierte Prüfungen mit Höhepunkten gegangen – eine Spitzengalopp-Tour, gute Piaffen, sehr schöne Wechseltouren, sehr gelassen.
Es ist wirklich eine große Freude für mich zu spüren, wie sich dieses Pferd inzwischen auf mich einlässt, mir vertraut. Das macht unheimlichen Spaß. Und unser Konzept für Rosi mit morgens reiten und vor der Prüfung nur noch zehn Minuten aufwärmen, das passt perfekt.
Rosi hat mir wirklich ein tolles Gefühl in Münster gegeben und jetzt werden wir uns noch ein paar schöne Turniere für sie aussuchen.

dressursport-deutschland.de: Münster ist ein beliebter Auftakt für die Dressurreiter. Was schätzen Sie am meisten an dem Januarturnier?
Dorothee Schneider: Münster ist immer ein sehr kompetenter Start in die neue Saison. Wir haben dort gute Aufbauprüfungen für unsere jungen Pferde, der Special wird ausgeschrieben und es ist immer ein fröhliches Treffen von guten Reitern. Münster ist natürlich auch immer eine Herausforderung, gerade für die jüngeren Pferde. Ich hatte in diesem Jahr Smirnoff dabei, ein gutes Nachwuchspferd, aber er hat in Münster doch noch etwas die Luft angehalten (lacht). Das muss er erst lernen.

dressursport-deutschland.de: Wie sieht der Plan Richtung Weltcup aus? Im Moment liegen Sie zusammen mit Benjamin Werndl an der Spitze des Rankings…
Dorothee Schneider: Es wäre natürlich toll, wenn das mit dem Weltcup-Finale klappt, aber es gibt ja bekanntlich neben Isabell Werth als Titelverteidigerin nur zwei weitere Plätze für Deutschland. Und wir sind einige Kandidaten (lacht). Ich denke, ich werde noch in Amsterdam und Neumünster an den Start gehen. Das steht aber noch nicht ganz fest. Und ich würde gerne noch einmal Faustus in einer Weltcup-Quali reiten, damit er noch mehr Erfahrung sammelt und um ihn als Option für das Finale zu haben. Dafür muss er zwei Qualifikationen gegangen sein.

dressursport-deutschland.de: Ende August steht die Euro in Rotterdam auf dem Plan. Sie haben auch dafür einige Eisen im Feuer…
Dorothee Schneider: Ja, im Grunde möchte ich mit drei Pferden Richtung Euro reiten: Sammy Davis jr., Faustus und Showtime. Das ist natürlich eine tolle Situation, aber man muss erst mal ins Team kommen. Das ist in Deutschland immer schwer.