In der DM-Kür gewinnt Jessica von Bredow-Werndl Silber mit 'personal best' vor Helen Langehanenberg und Damsey FRH


Mit einer fehlerlosen und schwierigen Kür hat Isabell Werth ihren 15. Deutschen Meistertitel gewonnen. In Balve führte sie mit Emilio und 88,150 Prozent das Klassement der Grand Prix Kür an. Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera gewannen erstmals DM-Silber (85,600 Prozent). Bronze sicherten sich Helen Langehanenberg und Damsey FRH mit 84,275 Prozent.
„Das war Weltklasse-Sport, wir waren sehr beeindruckt“, bewertete Chefrichterin Katarina Wüst die Grand Prix Kür in Balve. Nachdem sich im Special bei einigen Paaren noch kleine Fehler eingeschlichen hatten, wurde in der Kür ein sauberer Ritt nach dem anderen präsentiert. Isabell Werth hatte es als letzte Starterin selbst in der Hand, sich ihren 15. Meistertitel zu sichern. Das gelang ihr und Emilio mit einer neuen Kür zu klassischer italienischer Opernmusik bravourös. „Ich bin schon ein bisschen überrascht, dass es so gut geklappt hat. Denn ich bin die Kür heute das erste Mal mit Musik geritten. Vorher habe ich mir nur die Musik angehört und dazu das Video angeschaut – nach gestern noch zweimal mehr“, erzählte die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt mit einem Augenzwinkern in Bezug auf ihr Verreiten mit Bella Rose im Special. „Es macht großen Spaß, zu der neuen Musik zu reiten. Und ich freue mich für Emilio, er hat sich wieder nach oben gearbeitet. Lange hatte er nicht so die konstante Form, jetzt ist sie da, am Samstag und heute war er richtig gut.“ Der DM-Titel ist Werths Dritter mit Emilio. Im Special am Samstag gewannen die beiden bereits Silber.
Auch Jessica von Bredow-Werndl ist mit dem Ausgang der Deutschen Meisterschaften zufrieden: Sie hat nicht nur erstmalig bei einer DM die Silbermedaille gewonnen, sie und TSF Dalera BB stellten mit 85,6 Prozent auch eine neue persönliche Bestleistung auf. Diese lag bisher bei 85,4 Prozent und war erst zwei Wochen alt. „Ich freue mich sehr, dass die Medaille jetzt eine andere Farbe hat. Natürlich habe ich mit Gold geliebäugelt, aber ich bin sehr zufrieden“, resümierte Jessica von Bredow-Werndl, die im Special ihre vierte DM-Bronzemedaille gewonnen hatte. „Dalera hat heute alles gegeben. In den Pirouetten habe ich gemerkt, dass die letzte Kraft gefehlt hat. Drei Tage haben doch gezerrt. Es ist also immer noch Luft nach oben. Wir schauen mal, wie es weitergeht, und freuen uns auf Aachen.“
Nach 2013 sicherte sich Helen Langehanenberg wieder eine DM-Medaille. 84,275 Prozent bescherten ihr und Damsey FRH Bronze. „Ich habe mir vorher keine Gedanken gemacht, wie groß meine Chancen hier sind. Ich wusste aber, dass es nicht einfach wird, doch ich gebe mich nicht so schnell kampflos geschlagen. Deswegen freue ich mich sehr über die Medaille“, sagte Langehanenberg. Dass Damsey FRH schon 17 Jahre alt ist, merke man ihm nicht an: „Damsey war super drauf, er fühlt sich jung und dynamisch an und hat einfach Lust, Prüfungen zu gehen. Ich bin stolz auf meinen ,Dicken‘.“
Die Deutschen Meisterschaften der Dressurreiter dienten auch als erste große Sichtung für die diesjährigen Europameisterschaften, die vom 19. bis zum 25. August in Rotterdam (NED) stattfinden. Die zweite Sichtung ist dann beim CHIO Aachen. Die drei Medaillenträger aus der Kür sowie die Deutsche Meisterin im Grand Prix Special, Dorothee Schneider, bilden auch das Team für den Nationenpreis in Aachen.

Quelle: fn-press