Donaueschingen – es war der erste Start für Stella Roth auf ihrer Stute Diva Royal nach London. Keine Frage: der Druck, auf einem Olympiapferd ins Viereck zu reiten, war enorm.

„Ich muss zugeben am Freitag vor der ersten Prüfung – das war schon aufregend“, erklärt die 22-Jährige. „Doro hatte mit Diva bei Olympia ja schon gut vorgelegt.“ Zwar hatte Stella Roth ihre Don Frederico-Tochter immer begleitend mitgeritten, auch vor Olympia, aber „ich habe dann kaum Lektionen mit ihr geritten, sondern sie eigentlich nur gymnastiziert.“ Zudem habe sich die Stute unter Dorothee Schneider unheimlich und schnell weiter entwickelt. „Diese Weiterentwicklung habe ich ja nur am Rande mitbekommen. Wie sie sich im Viereck und in den einzelnen Lektionen genau verhält. Das ist auch etwas, was man nicht zu Hause üben kann, das muss man auf dem Turnier spüren.“ Insofern war die Erleichterung nach dem Sieg in der Freitag-Prüfung groß, obwohl das Paar einen Fehler in den Einerwechseln kassiert hatte. „Das hat mich schon geärgert, weil wir die Einer eigentlich können“, gesteht Stella Roth, „um so schöner war es, dass wir am Samstag eine fehlerfreie Runde zeigen konnten.“ Natürlich sei ihr klar, dass sie Diva Royal noch nicht so routiniert vorstellen kann, wie Olympiareiterin Doro Schneider, aber „sie hat nun mal 20 Jahre mehr Erfahrung, da ist das doch klar“, sieht Roth das sympathisch bodenständig.
Besonders aufregend sei das Wochenende für Trainerin und Ausbilderin Doro Schneider gewesen. „Ich habe Doro noch nie so mitfiebern sehen“, erzählt Stella Roth. „Sie hat sich so in unser Training gehängt, vielleicht war Doro diejenige von uns, die dieses Wochenende am meisten gegeben hat. Das ist ein tolles Gefühl, vor allen Dingen, weil ich merke, dass sie mir das voll gönnt.“
Mit zwei Siegen fuhren Roth und Diva Royal aus Donaueschingen nach Hause. „Na klar bin ich happy, auch wenn ich weiß, dass man noch vieles verbessern, verfeinern kann. Aber das ist ja gerade das Schöne. Ich werde jetzt weiter an der Abstimmung und Harmonie arbeiten, damit ich mit Diva eine noch bessere Symbiose herstellen kann.“
Das nächste Ziel für Stella Roth und Diva Royal ist nun das Finale des Piaff-Förderpreises in Stuttgart Mitte November. Das wird dann wieder spannend: „Da müssen wir im Finale zum ersten Mal den ‚richtigen’ Grand Prix reiten, bisher zählte immer der Kurz-Grand Prix, aber der ist in Stuttgart nur noch die Einlaufprüfung.“