Der Blick zurück an den Beginn dieses Jahrtausends mit Isabell Werth…

 

Isabell Werth: "Die vergangenen 20 Jahre waren für mich Jahre des Umbruchs und des Neubeginns. Im Jahr 2000 habe ich Gigolo verabschiedet, ich habe mich von meinem langjährigen Trainer und Mentor Dr. Uwe Schulten-Baumer getrennt und bin 2001 bei Madeleine Winter-Schulze und ihrem Mann Dieter in Mellendorf eingezogen. Ich gebe zu: das erste Jahr war wie ein Findungspfad. Ich fühlte mich ein bisschen 'amputiert' ohne den Doktor. Allein seine Präsenz fehlte und die Sicherheit, die er mir gegeben hatte. Gerade in dieser Zeit war für mich der Rückhalt von meiner Familie und von meiner 'erweiterten Familie' mit Madeleine und Dieter sehr wichtig. Auch Wolfram Wittig hat mir als ruhender Pol in der Zeit sehr geholfen. Der Vollzug der Selbstständigkeit, der Aufbau von neuen und jungen Pferden – unter anderem Anthony, Satchmo, Hannes, Don Johnson, Emilio, Bella Rose – mit all diesen Pferden habe ich immer versucht, mich weiter zu entwickeln. Ich habe immer mehr versucht, Lösungen zu finden, mich dem Pferd anzupassen und nicht umgekehrt. Dabei hat mich meine Familie immer unterstützt, auch mit kritischen Fragen. Das muss man sich erhalten, sonst läuft es in einer leichten Sinuskurve bergab im Fahrwasser und irgendwann fragt man sich: 'Was habe ich verpasst?'.
Es war nicht immer alles einfach, ich hatte definitiv auch Zeiten, die nicht so rosig waren. Die letzten zehn Jahre aber hatte ich das Gefühl, ich ernte den Lohn der Jahre, die ich mit allen schwierigen Situationen durchgestanden habe."

***Text: Zeitzeugen, euroriding news