Im Gespräch mit Monica Theodorescu, leitende Bundestrainerin Dressur ab dem 1. Oktober 2012. "Ich halte nichts davon, immer nur im eigenen Land, im eigenen Saft zu kochen."

Dressursport-Deutschland: In zehn Tagen ist es so weit, dann übernehmen Sie den Posten als leitende Bundestrainerin. Was steht zuerst auf Ihrer Agenda?
Monica Theodorescu: Ich muss mich erst einmal richtig einarbeiten, Vieles wird neu für mich sein. Und dann werden wir in aller Ruhe gucken, wo eventuell noch intensiver gearbeitet werden kann. Für mich ist natürlich die örtliche Nähe zu Warendorf gut, so kann ich dort ohne Probleme oft vor Ort sein und mich über alles im DOKR informieren. Dr. Dennis Peiler, der DOKR-Chef, Andre Schoppmann, der für den Bereich Dressur verantwortlich ist, und Birgit Kostka, die die Auslandsnennungen macht, sind zum Beispiel sehr wichtige Ansprechpartner für mich. Von Dr. Peiler kann ich noch mehr über das Thema Sportwissenschaften erfahren. Damit muss ich mich in Ruhe befassen, das ist ja fast Neuland für mich, und dann muss man entscheiden, was für uns in der Dressur nützlich sein kann, übertragbar ist.

D-D: Sie werden von zwei Herren unterstützt – wie sieht die Aufgabenteilung zwischen Ihnen aus?
M.T.: Jürgen Koschel ist weiterhin für die U25-Reiter verantwortlich und da gibt es ja auch schon einige Überschneidungen im weiterführenden Grand Prix-Bereich. Jürgen wird außerdem auch Jonny Hilberath entlasten, auch bei Turnieren vor Ort. Insgesamt kennen wir Drei uns ja schon sehr lange und für mich sind die Beiden an meiner Seite mein Dream-Team.

D-D.: Was können Sie uns schon über Ihren Aufgabenbereich sagen, über den Bereich Warendorf hinaus?
M.T.: Ich möchte unbedingt im direkten Kontakt mit den Kaderreitern stehen und werde auch zu jedem nach Hause fahren. Ich muss ja auch wissen, welche Nachwuchspferde sie beispielsweise noch zu Hause haben, und möchte die Pferde auch nicht nur auf den Turnieren sehen.

D-D.: Häufig wurde auch schon über Ihre internationalen Erfahrungen gesprochen, zum Beispiel als jahrelanges Mitglied im FEI Dressurausschuss. Inwieweit wird das eine Rolle spielen?
M.T.: Das muss man erst einmal abwarten, aber ich finde es wichtig, auch auf internationalen Turnieren im Ausland unterwegs zu sein, den Kontakt dort mit den Veranstaltern, den Führungsebenen anderer Länder und den Richtern als FEI-Funktionäre zu halten. Ich halte nichts davon, immer nur im eigenen Land, im eigenen Saft zu kochen. Ich möchte auch über den Tellerrand hinausgucken und wir wollen als Team den internationalen Dressursport mitgestalten.

D-D.: Sie selbst werden tatsächlich nicht mehr auf Turnieren im Sattel sitzen?
M.T.: Auf keinen Fall mehr international. Diese Entscheidung war schwierig, aber man muss die Chancen ergreifen, wenn sie einem angeboten werden. Und beides wäre nicht gegangen. Ab 1. Oktober wird deshalb eine Pferdewirtschaftsmeisterin bei mir im Stall anfangen, Constanze Möller.

D-D.: Und was ist mit Whisper?
M.T.: Der bleibt bei mir und ich werde ihn weiter reiten.

D-D.: Wie haben die Reiter auf ihre Ernennung zur Bundestrainerin reagiert?
M.T.: Ich habe viele nette sms, Mails und Anrufe bekommen, viele positive Reaktionen. Das ist super.

D-D.: Und mit welchem Gefühl treten Sie Ihr Amt in zehn Tagen nun an?
M.T.: Ich freue mich einfach darauf – ich freue mich auf eine ganz besonders erfolgreiche Zeit mit der deutschen Mannschaft.