Hufe scharren nach drei sehr langen Wochen, ein Mega-Wochenende und die Pläne der Reitmeisterin…

Dorothee Schneider strahlt! Drei Wochen hatte die Reiterin nach ihrem Sturz pausieren müssen. „Ich war früher schon mal irgendwann zwei Wochen im Urlaub, ohne im Sattel zu sitzen. Und einmal habe ich vor ein paar Jahren zwei Wochen lang eine Fastenkur gemacht – ohne Reiten“, erinnert sich Schneider, „aber drei Wochen… Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich mal drei Wochen nicht geritten wäre.“ Sie habe schon nach wenigen Tagen innerlich mit den Hufen gescharrt. „Ich habe das Reiten wirklich sehr vermisst! Diese Zeit hat mir wieder mal gezeigt, dass ich absolut den richtigen Beruf gewählt habe.“
Vier Rippen gebrochen, vier Dornfortsätze gebrochen, dazu ein paar Prellungen und Schwellungen. Die ersten Tage seien schon sehr schmerzhaft gewesen, gibt Schneider zu, aber „jetzt geht es mit dem Reiten schon wieder richtig gut und macht riesigen Spaß.“
Und wer war wohl das erste Pferd, auf das sie sich nach drei Wochen Pause wieder gesetzt hat? „Das ist gar keine Frage, das war Showtime! Er ist so ein Schnuckelchen.“
Mit einem Mega-Wochenende ist Schneider in Reutlingen ins Turniergeschehen wieder eingestiegen: Sieg und Platz zwei in der Jungpferde-S mit Lilliano Old und Vize-Weltmeister Villeneuve, beide Pferde weit über 75 Prozent. Der erst siebenjährige Villeneuve durfte auch noch im St. Georg an den Start – Sieg mit 76,4 Prozent. „Dieses junge Pferd war wirklich spitze. Er hat zwei superschöne und schwungvolle Runden gezeigt mit einer Trabtour wie am Schnürchen und im Galopp schöner Versammlungsbereitschaft – und das alles mit gerade mal sieben Jahren. Ich bin absolut begeistert“, schwärmte Schneider.
Und dann kam der Grand Prix: Sieg mit Quantum Vis MW mit 77,467 Prozent, Platz drei mit Quadriga's Don Cismo mit 75,533 Prozent. „Für Quantum Vis war es der allererste lange Grand Prix in seinem Leben. Nur einmal war er zuvor einen Kurz-Grand Prix gegangen. Dieser Hengst ist ein richtiges 'Spaßmobil'. Er hat eine sehr gute Galopp-Tour und ist immer motiviert. Beim Lernen der Piaffe und Passage hat er etwas Zeit gebraucht, aber jetzt sitzt das. Ich habe ihn seit eineinhalb Jahren, er hat sich so toll stabilisiert und gelernt, seinen Körper richtig zu nutzen. Ich bin sehr stolz auf ihn.“ Der Quaterback-Sohn ist erst zehn Jahre jung. Bei der letzten Louisdor-Station in Oldenburg, Anfang November, wird Schneider dort ihren Reutlingen-Sieger noch einmal an den Start bringen. Ein Finalticket wäre das große Ziel…
Don Cismo: Mit 75,533 Prozent Dritter werden… – bei anderen Turnieren hätte man da die Nase vorn, aber Reutlingen war sehr gut besucht. „Don Cismo kann ein heißes Öfchen sein“, lacht Schneider. „Aber er ist in Reutlingen zwei sehr schöne Runden gegangen, inn denen er für seine Pfaffen und Passagen auch die magische Note 10 bekommen konnte – wow! Über ihn habe ich mich auch wirklich gefreut.“
Am kommenden Wochenende fliegt Schneider zwei Tage nach Boston und gibt dort einen Lehrgang. Das nächste Turnierwochenende steht dann mit dem Louisdor-Preis in Oldenburg und parallel mit einigen Starts in Nürnberg auf dem Programm. „Nürnberg-Bremen kann man gut fliegen“, erklärt Schneider entspannt.“Das geht gut.“ Hauptsache wieder reiten können!