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Dressursport auf den Kopf gestellt

 

Isabell Werth, die 15-fache Master-Siegerin auf Platz fünf, Dorothee Schneider auf Platz neun und der Sieg für ein Nachwuchspaar der Extraklasse – der Grand Prix der Vier-Sterne-Tour in Stuttgart fegte wie ein Wirbelwind den Dressursport durcheinander.


Lisa Müller und ihr zwölfjähriger Stedinger-Sohn Gut Wettlkam's Stand By Me Old gewinnen den Grand Prix in Stuttgart mit persönlicher Bestleistung, 75,913 Prozent. Ingrid Klimke folgt mit dem elfjährigen Franziskus und ebenfalls persönlicher Bestleistung mit 75,413 Prozent. Reitmeister Hubertus Schmidt wird auf seinem zehnjährigen Escolar mit 74,957 Prozent Dritter und Marcus Hermes und Zinq Abbeglen FH, der erst neunjährige Ampere-Sohn, reihen sich auf Platz vier mit 74,652 Prozent ein – noch eine persönliche Bestleistung.


Isabell Werth und Emilio werden mit 74,239 Prozent Fünfte. Eigentlich ging es für die beiden gut los, aber dann kam die erste Piaffe und Emilio war aus dem Takt und echt verwirrt. Werth hatte die Erklärung direkt nach ihrem Ritt parat: „Emilio hat nur kurz gezögert, aber dann bin ich so beschissen geritten… Das war absolut meine Schuld.“ Auch die zweite Piaffe lief noch nicht ganz sicher. Den starken Galopp ritten die beiden nicht ganz locker aus, den Wechsel danach nahm Emilio etwas vorweg, aber dann war der Flow wieder da. Wer 'IW' kennt, der ahnt: Sie ärgert sich über sich selbst am meisten und morgen im Special, wenn es um den Master-Titel geht, wird ihr dieser Fehler sicher nicht noch mal passieren. 15 Mal hat die Nummer eins der Welt schon den Master-Titel in Stuttgart gewonnen, dreimal davon mit Emilio.


Jil Becks und Damon's Satelite, mit dem sie im vergangenen Jahr an gleichem Ort noch den Piaff-Förderpreis gewonnen hatte, sind auf bestem Weg, sich im internationalen Grand Prix-Sport zu etablieren. Heute landete das Paar mit 72,457 Prozent auf dem siebten Platz. Die Piaffen sind noch etwas zögerlich, aber die Gesamtvorstellung der beiden war schon sehr fließend und der Weg ist klar sichtbar.


Dorothee Schneider hatte heute einen staunenden elfjährigen Faustus unter sich. Faustus, der im vergangenen Jahr hier den Otto-Lörke-Preis für das vielversprechendste Grand Prix-Nachwuchspferd erhielt, war in der Piaffe nach der Schritt-Tour völlig durcheinander, wirkte insgesamt nicht im Viereck zu Hause und startete mit Fehler in die Einerwechsel. Die Reitmeisterin unterstützte ihn so gut sie konnte. Sie weiß: Sie hat mit Faustus einen absoluten Rohjuwelen unter dem Sattel, der noch ein bisschen Zeit zum Reifen braucht.

 Der Grand Prix Special morgen dürfte erneut hoch spannend werden. Beginn: 9.30 Uhr.