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Hubertus Schmidt – wenig Kontakt, 'halbe Wochen', keine Online-Turniere, aber die Hoffnung auf Late-Entry-Turniere…

Bei dressursport-deutschland.de erzählt der Reitmeister, wie er die Corona-Zeit erlebt und worauf er seine Hoffnungen setzt:

"Wir sind in der vorteilhaften Lage, dass wir auf dem Fleyenhof sowieso sehr wenig Publikumsverkehr haben. Wir haben nur drei Besitzer, die regelmäßig zum Reiten kommen, und mit diesen Dreien haben wir eine gute Regelung gefunden – die eine Besitzerin kommt jeden Morgen früh vor der Arbeit und die anderen beiden am Abend. Sonst haben wir praktisch keinen Kontakt nach außen und auch untereinander sind wir immer weit genug voneinander entfernt.
Ich reite normalerweise etwa zehn Turniere im Jahr, deutlich weniger als viele meiner Kollegen, aber ich kann auch die Ruhe ohne Turniere eine Zeit lang genießen. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass wir vielleicht in einigen Wochen mit 'Late Entry Turnieren' langsam wieder starten können. Turniere in kleinem Rahmen, ohne Zuschauer, bei denen man sich mit genügend Abstand voneinander bewegen kann. Ich denke, bis wir wieder größere Turniere mit Zuschauern reiten können, wird es noch ziemlich lange dauern. Und von Online-Turnieren halte ich nicht so viel – von der Idee habe ich gerade erst gehört. Man kann zu Hause natürlich mal eine Aufgabe zum Üben für sich durchreiten, aber als Turnierstart ohne Turnieratmosphäre – das ist mit einem Turnier nicht zu vergleichen. Für mich sehe ich darin keinen Sinn. Ich 'spiele' nur insofern manchmal Turnier zu Hause, als dass ich für die Pferde ab und zu halbe Wochen eingeführt habe. Dann gehen sie mal drei Tage nur aufs Paddock, als ob ich auf einem Turnier wäre.
In der Hengststation läuft der Betrieb, den mein Sohn eigenständig abwickelt, normal weiter. Wir haben es schon immer so gehalten, dass keine Stuten zum Besamen zu uns auf den Hof kommen, weil mir das für die Hengste einfach zu viel Trubel ist. Insofern wird normal abgesamt und der Samen verschickt. Ich hatte vor einigen Wochen mit einem Züchter gesprochen, der etwas zurückhaltend war. Er hat acht oder neun Stuten und hatte bis dato nur drei decken lassen. Er meinte, er brauche im nächsten Jahr auch Leute, die ihm die Fohlen abkaufen. Ich verstehe diese Gedanken, wirtschaftlich trifft diese Krise sehr viele Menschen. Zu Beginn der Corona-Zeit ist die Nachfrage nach Samen auch etwas zurückgegangen, aber mittlerweile läuft das alles wieder normal.

Ich denke, es kommt jetzt darauf an, wann es wieder etwas normaler weitergeht. Ich habe die Hoffnung, dass Ende April die ganze Wirtschaft und das normale Leben wieder allmählich anrollen – natürlich weiterhin unter Beibehaltung von Vorsichtsmaßnahmen – Hände schütteln ist ja inzwischen sowieso out."