Am kommenden Wochenende wäre es so weit gewesen: das Weltcup-Finale in Las Vegas. Und er hatte gute Chancen, dabei zu sein: Frederic Wandres.

 

Es wäre das 35. Weltcup-Finale der Dressurreiter gewesen. Aber die Corona-Pandemie sorgt für den ersten Final-Ausfall seit Beginn des Dressur-Weltcups 1985.

Mit Duke of Britain und Westminster hatte Frederic Wandres in der vergangenen Weltcup-Saison gepunktet und die Liga als Drittbester mit 65 Punkten abgeschlossen. Das Finale war nahezu greifbar, es wäre sein erstes Weltcup-Finale gewesen.

dressursport-deutschland.de: Wäre alles nach bestmöglichem Plan gelaufen, wärst Du heute schon in Las Vegas und würdest Dich auf Deinen ersten Start bei einem Weltcup-Finale vorbereiten. Wie ist Deine Gemütslage bei diesem Gedanken?
Frederic Wandres: Als die Entscheidung gefällt wurde, dass das Finale ausfällt, war ich schon sehr traurig. Aber die Situation ist ja für alle gleich und am Ende sind die Folgen der Krise noch viel weitreichender als nur das Weltcup-Finale betreffend. Wir sind hier alle gesund, das ist das Wichtigste. Es wäre schon toll gewesen, nach Las Vegas zu fahren, aber die Leistung, die die Pferde und ich während der Saison gebracht haben, bleiben bestehend. Das ist ein gutes Gefühl.

dressursport-deutschland.de: Statt voll im Training hast Du die Ostertage dadurch sehr ruhig verbracht?
Frederic Wandres: Ja stimmt, wenn ich so im Schritt über die Rennbahn geritten bin, hatte ich öfter mal das Bild von Las Vegas im Kopf – immer diese bekannte rote Schrift 'Welcome to fabulous Las Vegas' auf dem Schild, was jeder kennt…

dressursport-deutschland.de: Kein Weltcup-Finale, keine Turniere vorerst – wirkt sich das auf Deinen Alltag aus?
Frederic Wandres: Ja, bei mir schon (lacht). Ich bin ein Typ, der immer ein Ziel vor Augen haben muss. Ich sitze jeden Morgen um 7.00 Uhr auf dem ersten Pferd, bin allerdings nicht wirklich ein Frühaufsteher. Das fällt mir leichter, wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Also stecke ich mir im Moment Ziele, die etwas weiter entfernt sind, nach dem Motto: Das nächste Weltcup-Finale kommt bestimmt :-)

dressursport-deutschland.de: Die Wochenenden zu Hause – da hat man schon mal ein bisschen mehr Zeit als sonst. Was machst Du mit dieser Zeit?
Frederic Wandres: Ich bringe meinen Garten auf Vordermann, das macht mir Spaß und beruhigt.