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Vom Verdener Stallbereich nach Rio: Seit fast zehn Jahren begleitet die Ingenieurin Joana Rathjens Dorothee Schneider auf die großen Turniere bis hin zu den Olympischen Spielen in Rio…

 

– während des Studiums, neben ihrem Job und über fast 600 Kilometer Entfernung. Und alles begann mit einer zufälligen Begegnung im Stallbereich…

dressursport-deutschland.de: Joana, Du lebst in Niedersachsen, Du hast einen Vollzeit-Beruf, aber wann immer es geht, reist Du als Turnierpflegerin mit Dorothee Schneider zu den großen Turnieren. Wie kommt das?
Joana Rathjens: 2011 habe ich Abi gemacht und mir danach ein Jahr Auszeit gegönnt. Dann habe ich mitbekommen, dass die Veranstalter von der jungen Pferde-WM in Verden noch freiwillige Helfer suchen. Ich bin im Landkreis Stade zu Hause, das ist nicht weit nach Verden, und da ich schon immer mal hinter die Kulissen eines großen Turniers gucken wollte, habe ich das gemacht. Ich war im Stallbereich eingeteilt. Doro war in dem Jahr mit fünf Pferden in Verden. Da gab es immer was zu tun und ich habe zwischendurch geholfen. Seitdem sind wir eng in Kontakt geblieben und über die Jahre hat sich eine richtige Freundschaft zwischen uns entwickelt.

dressursport-deutschland.de: Den Pferdevirus hattest Du aber schon früher?
Joana: Ich bin mit Pferden aufgewachsen. Meine Eltern haben einen Pensionspferdebetrieb in Niedersachsen. Ich bin auch immer geritten und habe auch heute noch zwei Pferde.

dressursport-deutschland.de: 2012 und 2016 – das waren olympische Jahre und Du hast olympische Erfahrungen gesammelt…
Joana: Ja, unglaublich. 2012 war ich erst ein knappes halbes Jahr in Kanada, dann eine Woche zu Hause und dann bin ich direkt zur DM nach Balve gefahren und habe dort Doro mit Diva Royal geholfen. Ab dann war ich auf allen großen Turnieren dabei bis hin zum olympischen Trainingslager. Das war schon eine Wahnsinnserfahrung. In den Jahren danach habe ich ein duales Ingenieurs-Studium absolviert und meinen Urlaub immer so gelegt, dass ich weiter mit auf die großen Turniere fahren konnte. 2016 habe ich mein Studium abgeschlossen und war dann mit Showi und Doro in Rio. Ein absolutes Highlight, das ganze olympische Erlebnis mit allem drum und dran. Unglaublich!

dressursport-deutschland.de: 2020 wäre eigentlich wieder ein olympisches Jahr gewesen, Tokio…
Joana: Das wäre natürlich zu schön gewesen, wenn das noch mal geklappt hätte. Aber, ich denke, jetzt müssen wir alle erst mal abwarten, wie es weitergeht.

dressursport-deutschland.de: Inzwischen kennst Du Dorothee seit fast zehn Jahren – was macht die Arbeit mit ihr aus, so dass Du Dir auch weiterhin neben Deinem Job viel Zeit nimmst, um entweder in Framersheim direkt oder auf den Turnieren zu helfen?
Joana: Es macht mir einfach Spaß! Ich mag es, wie Doro mit den Pferden umgeht. Und ich bewundere es, wie sie aus jedem Pferd das Beste herausholt. Jetzt sind ja noch keine großen Turniere, da war ich einige Tage auf dem Gestüt und habe es absolut genossen, den Alltag zu Hause mitzumachen und auch mit den Pferden 'rumzutüddeln', ohne Turnier.

dressursport-deutschland.de: Und Du hast einen Liebling, Showi, stimmt's?
Joana: Ja, Showi ist mein Liebling. Er ist so eine liebe Persönlichkeit und mit ihm habe ich am meisten erlebt. Ich habe ihn fünfjährig bei der WM in Verden kennengelernt, habe seine Entwicklung bis zum Grand Prix erlebt und war mit ihm bei den Olympischen Spielen. Er ist ein bisschen schüchtern, aber dabei sehr menschenbezogen, unkompliziert und einfach zu 100 Prozent liebenswert. Er hat überhaupt keine Allüren, er ist einfach durch und durch Showi!

dressursport-deutschland.de: Dadurch, dass Du doch mehrere Hundert Kilometer entfernt wohnst, siehst Du ihn ja nicht so regelmäßig. Wie reagiert er, wenn er Dich nach einigen Wochen Pause wieder sieht?
Joana: Sobald er meine Stimme hört, spitzt er die Ohren. Er erkennt mich sofort. Das ist ein so schönes Gefühl, da freue ich mich immer unheimlich. Und wenn ich dann noch eine Banane dabei habe, ist er rundum happy!

2016 Rio Showi 3 1

Olympische Schmusepause in Rio 2016 – Joana und Showi :-)