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Isabell Werth möchte den internationalen Dressureitern zu einer stärkeren Stimme verhelfen.

 

Der Club der internationalen Dressurreiter (IDRC) wurde 1986 gegründet, mit dem Ziel die Interessen der internationalen Dressurreiter zu vertreten. Am 7. Dezember stehen im Rahmen der Generalversammlung Neuwahlen beim IDRC an. Unter den Kandidaten: Isabell Werth als Vorsitzende und der DOKR-Dressurausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser als Generalsekretär. dressursport-deutschland.de im Gespräch mit der sechsmaligen Olympiasiegerin…

dressursport-deutschland.de: Am 7. Dezember hält der Internationale Dressurreiter-Club (IDRC) seine Jahreshauptversammlung per Zoom-Meeting ab, Sie sind als Kandidatin für den Vorstandsvorsitz aufgestellt. Sie wurden schon einige Male angesprochen, ob Sie im IDRC eine Position übernehmen wollen, haben das aber bisher abgelehnt. Warum jetzt?
Isabell Werth: Dafür gibt es konkrete Gründe: Zum einen ist man normalerweise permanent unterwegs, reist und trainiert von Turnier zu Turnier, jetzt ist da bekanntermaßen etwas Ruhe reingekommen und man hatte so auch gedanklich die Zeit, sich noch mehr mit anderen Themen zu beschäftigen. Zum anderen glaube ich, dass wir, die internationalen Dressurreitern, versuchen sollten, eine stärkere Stimme zu bekommen. Gerade in letzter Zeit wurde das wieder sehr deutlich.

dressursport-deutschland.de: 'Deutlich' wodurch?
Isabell Werth: Betrachten wir beispielsweise mal einige der neueren Entscheidungen der FEI – die Entscheidung der Helmpflicht auch auf Championaten und auch die Einführung des Kurz-Grand Prix ab der Weltcup-Saison 2021-2022. Das sind Themen, die uns, die Reiter, in allererster Linie betreffen, aber in beiden Fällen wurden die Themen nicht mit den Reitern erörtert. Ich finde, das müsste sich ändern. Ich würde gerne, wenn ich gewählt würde, daran mitwirken, dass sich die Dressurreiter im IDRC noch besser organisieren, noch stärker positionieren.

dressursport-deutschland.de: Der Dressurausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser steht für das Amt des Generalsekretärs auf der Liste. Wäre das für Sie eine Ideallösung?
Isabell Werth: Ja, absolut. Ich könnte diesen Vorsitz nur übernehmen, wenn ich ganz starke Unterstützung im Rücken hätte und das hätte ich mit Klaus Roeser zu 100 Prozent. Wir kennen uns schon viele Jahre und arbeiten sehr gut zusammen. Außerdem hat Klaus jahrelange Erfahrung im FEI-Dressurkomitee und kennt die Zusammenhänge und Abläufe.

dressursport-deutschland.de: Was wäre für Sie das erste Ziel, das es im IDRC zu erreichen gälte?
Isabell Werth: Kurze Wege in der Kommunikation unter den Reitern. Wir haben alle keine Zeit, lange Mails zu lesen oder zu schreiben. Das müsste alles auf kurzem Weg, sehr offen und vertrauensvoll funktionieren. Und es wäre ganz wichtig, dass sich möglichst viele Reiter aktiv einbringen. Jede Unterstützung wäre willkommen!