„Total mühelos“, schwärmte Cheftrainerin Monica Theodorescu vom Sieg Damon Hills im Grand Prix in Balve, der ersten Wertungsprüfung für die Deutsche Meisterschaft.
„Genau nach Plan.“ Mühelos ist aber absolut das treffende Wort. Weder Helen Langehanenberg noch Damon Hill sahen so aus, als ob sie der Grand Prix auch nur im Mindesten angestrengt hätte. „So soll es sein“, lobte Theodorescu weiter. „Die Beiden haben mal wieder gezeigt, was Dressursport ausmacht.“ Mit 80,553 Prozent sicherte sich die zweifache Deutsche Meisterin des Vorjahres den Sieg im Grand Prix und ließ keinen Zweifel an ihren Ambitionen für dieses Jahr. „Wir haben noch nicht alles gegeben, im Special kann ich noch ein Schüppchen drauflegen“, erklärte Helen Langehanenberg. Entspannt genoss auch Damon Hill-Besitzer Christan Becks die Prüfung und gab zu: „Die Beiden werden immer sicherer, so dass sogar ich am Rande nicht mehr ganz so aufgeregt sein muss.“
Sehr erfreut war Theodorescu auch über Don Johnson unter Isabell Werth. „Don Johnson wird immer sicherer und lässiger.“ Isabell Werth selbst formulierte es etwas anders, aber mit ähnlicher Aussage: „Johnny wird langsam seriös“, sprach es und schmunzelte ihr bekanntes zufriedenes Werth-Schmunzeln. Für Werth und Don Johnson gab es heute 78,340 Prozent und durchgehend Platz zwei von allen fünf Richtern. Besonders erfreulich ist das, wenn man an das Pech des Paares vom vergangenen Jahr denkt, als Don Johnson zu Beginn der Prüfung plötzlich anfing zu lahmen und die Deutsche Meisterschaft beenden musste, bevor sie richtig angefangen hatte.
Platz drei ging heute an Anabel Balkenhol und ihren Olympiapartner Dablino. Der Schritt war nicht losgelassen, die erste Piaffe schwach an Ausdruck. Insgesamt reichte es für das Olympiapaar zu glatten 76 Prozent. Beeindruckende Nervenstärke zeigte die Jüngste des Championatskaders, Fabienne Lütkemeier. Kurz vor ihrem Start brach das Kopfeisen ihres Sattels und er lag platt auf dem Widerrist auf. Was nun? Es waren nur wenige Minuten bis zum Start. Der Pfleger sprintete zum Lkw, holte den Sattel eines anderen Pferdes, der noch nie auf D’Agostino gelegen hatte, und in Sekundenschnelle wurde umgesattelt. „Ich habe Fabi nur noch gesagt, reite schnell mal ein paar Wechsel, weil die sich in anderem Sattel besonders schräg anfühlen“, erklärte Mutter und Trainerin Gina Capellmann. Hut ab: Fabi Lütkemeier drehte eine gute, sehr überzeugende Runde, die Piaffen etwas sehr im Vorwärts, die Linkspirouette noch nicht optimal kontrolliert, aber mit den bekannten Höhepunkten von ‚Daggi’ in den Wechseln und in der Trabverstärkung. Platz vier mit 73,021 Prozent – unter diesen Umständen ein doppelt gutes Ergebnis.
Girasol unter Nadine Capellmann war zwischendurch nicht ganz losgelassen und ihr fehlte heute das Gleichmaß in der Piaffe: Platz fünf mit 72,936 Prozent.
Im vergangenen Jahr standen drei Reiter mit über 80 Prozent an der Spitze im Grand Prix. Das Maß wurde in diesem Jahr nicht erreicht, dennoch resümierte Monica Theodorescu: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Grand Prix. Und alle haben noch ein bisschen Puffer für den Special.“
Der Special steht morgen, Samstag, ab 10.00 Uhr in Balve auf dem Programm.