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Viele Reiter haben ‚Lieblingsturniere’, bei denen es irgendwie immer gut klappt. Oder eben Turniere, in denen der Wurm steckt. So ein Turnier ist für Nadine Capellmann der Ort der Deutschen Meisterschaften: Balve.
„Ich habe in Balve schon viel erlebt“, lacht die Doppel-Weltmeister von 2002. Zuerst fällt ihr die Jahrtausendwende ein, das Jahr 2000. „Damals hatte ich zwei heiße Eisen im Feuer, Farbenfroh und Gracioso, und es war das Olympiajahr.“ Bei Farbenfroh wurde ihr die Bratwurstbude hinter dem Richter bei C zum Verhängnis. „Alles, was sich hinter X Richtung C abgespielt hat, hat er glatt verweigert. Farbenfroh konnte diesen Bratwurstgeruch nicht ab. Das haben wir danach noch auf einigen anderen Turnieren gemerkt.“ Gracioso hatte zwei tolle Prüfungen abgelegt, den Grand Prix und den Special. Damals wurden alle drei Prüfungen, inklusive der Kür, zusammengerechnet für den Titel, der noch getrennt an Damen und Herren vergeben wurde. „Aber in der Kür stand ein Mann im Gebüsch, vor dem sich Gracioso so erschrocken, dass er gestiegen ist. Beim dritten Mal Steigen musste ich die Prüfung abbrechen. Das war doppelt ärgerlich, weil ich bis dahin nur 0,9 Prozent hinter Rusty und Ulla Salzgeber auf dem Deutschen Vizetitel lag.“
Vier Jahre später war es dann wieder hoch spannend – im wahrsten Sinne des Wortes – beim Ritt von Nadine Capellmann. Als sie mit dem Oldenburger Rohdiamant-Sohn Rion im Viereck unterwegs war, schlug während ihrer Prüfung der Blitz ein. Rion blieb relativ gelassen, aber die Richter bekamen Bedenken und klingelten die Prüfung ab. Nach dem Gewitter durfte Capellmann dann die zweite Hälfte ihrer Prüfung absolvieren.
Dagegen war das heute im Special fast eine ‚unspannende’ Angelegenheit, aber trotzdem ärgerlich. In der Passage beim Abwenden vom Hufschlag dachte Girasol eventuell an den Grand Prix und galoppierte kurz an. Wenige Meter später stand dann tatsächlich das Angaloppieren auf der Mittellinie an, was Girasol mit einem heftigen Satz nach vorne einleitete. „Weil ich sie heute insgesamt besser fand als gestern und die Trabtour bis dahin wirklich so gut geklappt hat wie selten, war das natürlich doppelt ärgerlich“, erklärte Nadine Capellmann etwas enttäuscht.
„Mit dem Duo Farbenfroh und Gracioso, was ich damals hatte, liegt die Latte hoch, aber ich denke, in der nächsten Saison habe ich mit Girasol und Dark Dynamic auch zwei sehr gute Grand Prix-Pferde im Stall.“ Außerdem hat sie auch noch den inzwischen 17-jährigen Elvis und als Heranwachsende Diamond Girl, die eventuell gegen Ende des Jahres auch schon in ihrem ersten Grand Prix starten soll. Auch wenn es heute ‚nur’ Platz sechs im Special wurde, kann Nadine Capellmann so äußerst positiv in die Zukunft blicken.