Zweimal Gold für Helen Langehanenberg, zweimal Silber für Isabell Werth und in der Kür Bronze für das jüngste Mitglied des Championatskaders, für Fabienne Lütkemeier und D’Agostino.

Damon Hill und Helen Langehanenberg – sie haben ihre beiden deutschen Meistertitel in Balve verteidigt. Im Grand Prix Special mit 82,167 Prozent und heute in der Kür mit 87,4 Prozent. Es ist keine Frage: Dieses Paar demonstriert Dressursport vom Allerfeinsten. Es macht einfach jedes Mal Spaß zuzusehen. Mit ihrer Kür, mit der sich die beiden auch den Weltcup-Titel im April in Göteborg gesichert haben, haben sie auch in Balve Publikum und Richter begeistert!

Auch für Isabell Werth war Balve ein Erfolgsturnier. In allen drei Prüfungen hat sie mit ihrem elfjährigen Don Johnson Bestleistungen abgelegt. Heute in der Kür mit 83,3 Prozent, bisherige Bestnote für die beiden in der Kür waren glatte 83 Prozent beim Weltcup-Turnier in Neumünster im Februar dieses Jahres. Seit Oktober 2012 hat Isabell Werth diese Kür für Don Johnson und sie klappt immer besser. Ein Highlight heute war der Übergang aus der Galopp-Pirouette in die Piaff-Pirouette. Das haben schon einige Reiter in ihrer Kür versucht, bei einigen ist es auch schon gelungen, aber selten (oder nie?) hat man es so lässig durch den Körper schwingend, so weich im Übergang gesehen wie heute bei Don Johnson.

Es war eine Premierenvorstellung bei Fabi Lütkemeier und D’Agostino. Zum ersten Mal haben sie ihre neue Kür zu Musiken des Filmkomponisten Hans Zimmer geritten und es war ein Knaller: 79,25 Prozent. Den beiden gelang so ziemlich alles: Zweier- und Einerwechsel auf gebogener Linie, die Piaffen auf der Stelle, die Übergänge zwischen Piaffen und Passagen und super schöner Schritt. Was begann mit einem gebrochenen Kopfeisen kurz vor dem ersten Start steigerte sich bis zur Bronzemedaille – aufregende, aber tolle Tage für Fabi Lütkemeier.

Sie ist eigentlich Doppel-Mannschafts-Olympiasiegerin in der Vielseitigkeit, aber wir wissen schon lange, dass sie auch ein Profi im Dressursattel ist: Ingrid Klimke. Mit ihrem neunjährigen Dresden Mann, der Jüngste am Start in der Kür, landete die Reitmeisterin auf Platz vier. Ein klasse Ergebnis. Auch ihre Kür ist relativ neu, sie hat sie zum ersten Mal beim Pfingstturnier in Wiesbaden geritten. „Die Musik haben meine Kinder ausgesucht“, erzählt sie lachend. Die Töchter Greta und Philippa haben beispielsweise vehement darauf bestanden, dass ‚Call me maybe’ in der Kür vorkommt. Es ist eine fröhliche, poppige Musik und passt ausgesprochen gut zu dem eleganten Dresemann-Sohn. Die beiden bestechen durch ihre Korrektheit und Lässigkeit in der Vorstellung.

Nadine Capellmann und Girasol hatten zwar keine Kür-Premiere, aber auch die beiden haben eine neue Kür, die sie in Balve erst zum zweiten Mal gezeigt haben. Die Musik hat Nadine bei ihrem letzten Strandurlaub entdeckt. Am Strand liegend hörte sie die Musik und wusste sofort: Das ist meine nächste Kürmusik. Nach Recherche fand sie heraus: Es ist Musik von der Buddha Bar in Paris. Die Musik passt klasse zu Girasol, aber Girasol mag heute etwas müde gewesen sein. Es war das erste Mal, dass die Stute drei Prüfungen bei einem Turnier ging. Sie wirkte nicht ganz so energisch und losgelassen wie an den ersten beiden Tagen. Heute wurde es für die beiden Platz fünf mit 77,6 Prozent.

Ein bisschen Pech hatte heute die Bronzemedaillengewinnerin aus dem Special, Anabel Balkenhol. Auch sie hat uns mit Dablino eine neue Kür gezeigt, zu Musik von dem Sänger Sasha. Aber Dablino galoppierte schon gleich zu Beginn in der Trabtour an, der Schritt war nicht losgelassen, die Zweierwechsel auf dem Zirkel versprungen. Ganz schwierig ist die Kombination von den Einerwechseln, die direkt in die Zweierwechsel übergehen. Das klappte prima. Insgesamt gab es 76,35 Prozent und Platz sechs.