Helen Langehanenberg und Damon Hill haben auch im Aachener Special gesiegt: mit 80,667 Prozent!
„Es war ein fantastisches Reitgefühl, vielleicht hatte ich noch nie ein besseres Gefühl auf Dami als heute“, sprach die Siegerin und strahlte komplett. Sie hatte zwei Wackler drin – einmal in der Einleitung einer Piaffe, einmal am Ende der Linkspirouette, aber sonst war das ein Ritt aus einem Guss und mit ganz viel Elastik und Ausdruck. „Es ist alles fast ein bisschen unreal, was hier so passiert“, lacht Helen Langehanenberg. „Es ist unglaublich und ich kann einfach nur danke sagen: an die Besitzerfamilie von Dami, die Familie Becks, an meinen Trainer Klaus Balkenhol, an meinen Mann Sebastian, meine Familie, mein Team und alle, die ich jetzt gerade vergesse. Es steckt so viel dahinter und wenn das dann so ausgeht wie hier – das ist ein Traum!“
Eindeutig ist Langehanenberg die Favoritin für den Großen Dressurpreis von Aachen, aber auch für die Europameisterschaft Ende August in Herning (DEN). Stresst dieser Erwartungsdruck? „Ich versuche mich davon freizuhalten“, erklärt sie ziemlich unbekümmert. „Erzwingen kann man sowieso nichts, aber trotzdem werde ich hartnäckig daran arbeiten.“
Nach Aachen warten auf die Profiausbilderin nicht nur all die zu Hause gebliebenen Pferde, sondern auch jede Menge Kisten. Das Ehepaar Langehanenberg zieht um: von Havixbeck nach Billerbeck. „Wir waren auch in Havixbeck auf einer wunderschönen Anlage, aber in Billerbeck haben wir uns jetzt auf dem Hof meiner Tante und meines Onkels etwas eigenes aufgebaut.“

Christoph Koschels einstiger Pepe, alias Donnperignon, landete mit seiner jungen dänischen Reiterin auf Platz zwei (77,354 %), gefolgt von einem Duo auf Platz drei: Nathalie zu Sayn-Wittgenstein mit Digby punktgleich mit Isabell Werth und Don Johnson, beide mit 76,437 Prozent! Ein dickes Kompliment an beide Reiterinnen: Sie haben aus diesen beiden Pferden absolute Topsportler gemacht, was man nicht unbedingt so erwarten konnte.

Wiederum ihre tolle Form bestätigend kamen Anabel Balkenhol und Dablino auf Platz fünf. Sie hatten gleich zu Beginn der Prüfung zwei Fehler in der Trabtour, zweimal galoppierte Dablino kurzzeitig an, aber sonst waren sie unheimlich ausdrucksvoll unterwegs. Das Paar zeigt sich hier in Aachen mit einer bei ihnen noch nie dagewesenen Qualität und Ausdrucksstärke.

Und auch auf das Küken im Team, Fabienne Lütkemeier, dürfte Cheftrainerin Monica Theodorescu wiederum stolz sein: Mit 72,896 Prozent wurden die 23-Jährige und ihr D’Agostino Zehnte. Bei der Einleitung der ersten Trabtraversale hatten die beiden ein kleines Missverständnis, so dass Daggi angaloppierte. Das ist besonders schade, weil die Traversalen mit zwei multipliziert werden. Super gelangen den beiden die Einerwechsel, dafür gab es sogar einmal die 10.

Ein guter Specialtag für den deutschen Dressursport!