Der gemeinsame Antrag der Dressur-Equipechefs auf Verschiebung des definitiven Nennungsschlusses für die Dressur-Europameisterschaften Ende August wurde abgelehnt. „Das ist absolut nicht im Sinn des ‚Welfare of the Horse’“, betont der Dressur-Ausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser.

In den vergangenen Jahren war der definitive Nennungsschluss meist etwa zehn Tage vor Beginn des Championats terminiert. Für die Dressur-EM in Herning wurde er gut fünf Wochen vor Wettkampfbeginn festgesetzt. Das bedeutet: Unnötig früh wird Druck auf Reiter und Pferde aufgebaut. Die Pferde können nicht die Zeit bekommen, sich in Ruhe auf das Championat vorzubereiten, um gezielt während der Championatstage in sportlicher Topverfassung zu sein. Hinzu kommt, dass es die sportlich fairere Lösung ist, die Paare zeitnah vor dem Championat zu benennen. Jeder Pferdemann weiß, dass sich in fünf Wochen noch viel verändern, viel passieren kann. Am Rande des CHIO Aachen setzten deshalb die Equipechefs von acht Nationen ein Schreiben an die FEI und das Organisationskomitee der EM auf, mit der Bitte um Verlegung dieses Termins.

Ein weiterer Termin, der auf Verwunderung stößt, ist der Termin des „last day of substitution“. Der Termin, an dem ein letzter Wechsel innerhalb des Teams vorgenommen werden kann. In der Regel ist dies der Tag des Vet-Checks, das wäre in diesem Fall der 20. August. Angesetzt ist dieser Tag bei den Dressurreitern aber bereits am 14. August. Die Springreiter dürfen diese letzte Entscheidung einen Tag vor ihrem Vet-Check treffen. Auch das kann nicht im Sinn der Dressurpferde und deren Wohlergehen sein. Wichtig ist die Form und das Gefühl der Pferde zum Zeitpunkt des Championats und nicht eine oder gar fünf Wochen vorher. Außerdem darf dieser Wechsel nur mit einer ‚harten’ Begründung durchgeführt werden, wie zum Beispiel einer akuten Verletzung. Es kann nicht mehr rein nach sportlich unabhängigem Empfinden gewechselt werden. Auch das kann nicht im Sinn der Pferde, der Reiter oder des Sports sein.

Die Ablehnung des Antrags wurde durch den Dressur-Direktor der FEI, Trond Asmyr, wenig überzeugend damit begründet, dass in Herning drei Disziplinen ausgetragen werden, Para-Equestrian, Dressur und Springen. Und es deshalb nicht möglich sei, die Termine später anzusetzen. „…weil man eine klare Struktur braucht“, so heißt es in Asmyrs Antwort wörtlich.
„Wir werden weiter alle Hebel in Bewegung setzen, um die FEI wegen dieser Termine noch umzustimmen“, kündigt Klaus Roeser an.