„…keine Verbesserung im Sinne der TV-Darstellung des Dressursportes.“

Der Dressurausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser hat den Fernseh-Experten Ulrich Bäder gebeten, eine Einschätzung bei den Programmverantwortlichen einzuholen. Das Thema: Die anstehenden bzw. geplanten Veränderungen (Kürzungen) in den Dressurprüfungen, im Hinblick auf die Chance für mehr TV-Berichterstattung im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen. Die Experten sind sich einig: Kürzungen der Aufgaben sind sinnlos.

Die Stellungnahme von Ulrich Bäder:
Meine Recherchen bei den Programmverantwortlichen im deutschen TV haben ein sehr eindeutiges Ergebnis gebracht: Für die großen Privatsender (RTL Gruppe, P7S1) ist Reiten und ganz besonders die Dressur völlig uninteressant. Zu alt, zu elitär, zu wenig Action.
Für die Öffentlich-Rechtlichen Sender nimmt Reiten in der Bedeutung immer mehr ab, d.h. es wird künftig noch weniger gezeigt werden. Das bezieht sich auf Springen und Vielseitigkeit. Die Dressur im TV außerhalb einer nachrichtlichen Berichterstattung ( 1:30 Minuten max.) ist undenkbar! Lediglich bei herausragenden Ereignissen wie die WM im eigenen Land würde die Berichterstattung wohl ausgeweitet.


Das Statement von Axel Balkausky, Reitsportkoordinator von ARD und ZDF:
Das Zuschauerinteresse an Dressurübertragungen (abgesehen von Sonderereignissen wie Olympia oder Großereignissen im eigenen Land) bewegt sich am Rande der Messbarkeit. Ein Sport, bei dem das Zustandekommen von Ergebnissen nur wenigen Fachleuten erklärlich ist, bei dem optisch nur sehr wenig passiert, und daher bei der sportlich interessierten Gesamtbevölkerung, für die wir ein Programmangebot machen, auf ein verschwinden geringes Interesse stößt, kann nicht über das nachrichtlich Gebotene hinaus, im Fernsehen gezeigt werden. Daran werden m. E. auch veränderte Prüfungszeiten (Kurzlektionen) nichts ändern. Selbst bei Spartensendern wird diese Sportart nur am Rande wahrgenommen.
Insofern halte ich die Veränderungen für keine Verbesserung im Sinne der TV-Darstellung des Dressursportes.