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Mit 89,775 Prozent hat Damon Hill unter Helen Langehanenberg die Weltcup-Kür in der Stuttgarter Schleyerhalle gewonnen.
Das ist Rekord – aus doppelter Perspektive! Zunächst ist es internationale persönliche Bestleistung für das Paar. Bisher hatten die beiden ihre höchste Wertung beim Weltcup-Finale in Göteborg im April diesen Jahres bekommen: 88,29 Prozent, das war der Sieg! Außerdem ist das neuer Schleyerhallen-Rekord. Bisher hat Edward Gal mit Totilas das höchste Ergebnis in Stuttgart erzielt. 2009 waren das 87,8 Prozent.
Und was sagt die Siegerin, Helen Langehanenberg? „Ich bin fast sprachlos! Das war das beste Gefühl, das ich je hatte. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, das kann doch gar nicht wahr sein. Ich musste nur denken, was Dami machen soll und schon hat er es gemacht. Am Ende hatte ich Tränen in den Augen!“

Isabell Werth strahlte auf Platz zwei ebenso, ähnlich wie gestern im Grand Prix. Mit ihrem Ernie, El Santo, hat sie sich auch in der Kür auf Platz zwei hinter Damon Hill geritten – mit 83,125 Prozent. „Ich bin wirklich happy, dass sich Ernie wieder so zurückgemeldet hat. Unser altbekanntes Piaff-Problem löst sich allmählich auf.
Da hatte ich einfach ausbilderisch einen Fehler gemacht, habe zu früh versucht ihn zurückzuholen. Ein Jahr habe ich jetzt gebastelt. Der Weg zurück ist oft länger, aber das scheint jetzt zu funktionieren.“
Werth hatte in Stuttgart die Wahl: Ernie oder Johnny in der Weltcup-Kür? „Die Entscheidung für Ernie in der Kür war richtig. Erstens sollte Don Johnson nicht immer Kür gehen, mit der lauten Musik, dem Tammtamm, den Spotlights etc. und außerdem ist Ernie so schön routiniert in der Kür jetzt, da wollte ich ihn weiter festigen.“

Auch das Olympiakaderküken Fabienne Lütkemeier zog ein rundum positives Stuttgart-Fazit: „Im Grand Prix war ich nur ein paar Punkte von meinem bisherigen Bestergebnis entfernt und in der Kür habe ich mein Bestergebnis erzielt. Ich bin mit dem ganzen Wochenende super zufrieden.“ Fabienne hatte eine etwas andere Taktik gewählt als die Jahre zuvor. Es war für D’Agostino das erste Turnier seit der EM in Herning, sonst ist sie vor großen Turnieren normalerweise noch mal bei einem etwas kleineren zum „Warm-Werden“ an den Start gegangen. Dieses Mal hat das einfach nicht in den Plan gepasst. „Aber es hat ja funktioniert“, lacht sie. Mit 78,40 Prozent wurde sie in Stuttgarts Weltcup-Kür Vierte – mit einem Fehler in den Einerwechseln zwar, aber auch mit jeder Menge Highlights.

Desperados und Kristina Sprehe landeten heute auf Platz fünf mit 77,75 Prozent. Der schwarze Schöne war heute schon ‚zivilisierter und kontrollierter’ im Viereck unterwegs als gestern noch im Grand Prix. Auch für ihn war es ja der erste Start seit der EM in Herning. Dennoch muss man insgesamt bemerken, dass die Harmonie zwischen Reiter und Pferd im Moment nicht perfekt ist, zwischenzeitlich wird der Hengst vorne stark.

Jessica von Bredow-Werndl wurde auf Unée Siebte mit 76,225 Prozent – allein die Prozentzahlen verraten, wie hoch das Niveau in der Stuttgarter Weltcup-Kür war.