„Dieser Nationenpreismodus ist sehr spannend“, betont Equipechef Hartmut Lammers nach dem Grand Prix in Rotterdam.
„Wir liegen jetzt an zweiter Stelle in der Nationenpreis-Wertung. Nach Platzziffern sind die Franzosen weit vorne, aber prozentual sind es nur ein paar Zehntel oder Hundertstel. Das kann sich am Samstag ganz schnell umdrehen. Da ist noch gar nichts entschieden – sowohl nach oben als auch nach unten“, erklärt der Equipechef und schmunzelt.
In Rotterdam wurde heute Runde eins des Nationenpreises geritten, der Grand Prix. Das System in Rotterdam: Die Platzziffern der besten drei Paare einer Nation werden addiert. Bedeutet: Raphael Netz wurde auf Great Escape Camelot mit 71,826 Prozent Fünfter, Evelyn Eger auf Westminster mit 71,326 Prozent Siebte und Anna-Christina Abbelen auf Sam Donnerhall mit 70,217 Prozent Zwölfte. 5+7+12=24 – das Team liegt mit 24 Punkten auf Rang zwei. Franziska Stieglmaier und Samurai bildeten heute mit 69,783 Prozent und Platz 15 knapp das Streichergebnis.
Vorne liegen die Franzosen mit einer Platzziffern-Summe von 7. Sie brachten die Plätze eins, zwei und vier in die Wertung.
Nur zum Vergleich: Addiert man die Prozentzahlen, so wie es häufig bei Nationenpreisen gemacht wurde, landet das deutsche Team bei 213,369 Punkten, das Team Frankreich bei 217,522 Punkten – der Abstand wirkt so deutlich knapper als per Platzziffer-Summe.
Das Wichtigste bringt Lammers auf den Punkt: „Alle Vier sind zwar erfahrene, aber dennoch junge Reiter, und alle vier haben ihre Sache heute gut gemacht. Jeder hatte noch ein Fehlerchen drin, aber die Pferde sind gut gegangen.“
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Morgen ist ein prüfungsfreier Tag in Rotterdam. „Auf den großen Platz können wir morgen leider gar nicht, weil hier auch Springen stattfindet“, erklärt Lammers. „Aber wir haben einen Zeit-Slot von zweieinhalb Stunden, in dem wir unsere Pferde auf dem Abreiteplatz trainieren dürfen. Da werden natürlich alle da sein, aber so viel wollen wir morgen auch nicht machen. Nur ein bisschen locker reiten.“
Rotterdamer Ausblick
Um 15.30 Uhr beginnt am Samstag der Special. Aus dem deutschen Quartett werden Franziska Stieglmaier und Anna Abbelen dort an den Start gehen, danach folgt ab 18.30 Uhr die Kür. Raphael Netz wird seine noch ziemlich neue Kür zu Musik von ‚Drachenzähmen leicht gemacht‘ zeigen, die er schon beim Fünf-Sterne-Turnier in München und bei der DM in Balve geritten hat. Evelyn Eger hat ihre Kür zu Musik von Michael Bublé bisher dreimal geritten und unter anderem Platz zwei in der Flutlicht-Kür des Pfingstturniers Wiesbaden belegt. „Ich reite die Kür unheimlich gerne, weil die Musik von Anfang bis Ende einfach schön und mitreißend ist“, freut sich die 25-Jährige. „Ein kleines persönliches Highlight ist neben der coolen Galopptour der Abschluss zum Grüßen. Es wird ‚I love you‘ gesungen und damit richte ich mich immer an mein Pferd Westminster!“

